Rasen einsäen

Rasen anlegen: Rasen einsäen

Rasen anlegen Schritt für Schritt

  1. Boden vorbereiten
  2. Rasen einsäen
  3. Rasen wässern und mähen
  4. Rasen düngen

Sind der Boden und das Saatbeet vorbereit, steht mit dem Einsäen der Rasensamen der wichtigste Schritt im Rahmen der Rasenanlage auf dem Programm. Bester Zeitpunkt sind dafür der Spätsommer und Herbst und nicht – wie oft angenommen – das Frühjahr.

Expertentipp von Steffen: Vor der Einsaat eine Bodenprobe untersuchen lassen

Empfehlenswert ist es, vor dem Ausbringen des Saatgutes noch eine Bodenprobe zu entnehmen und diese von einem Labor für Bodenanalysen untersuchen zu lassen. So weiß man nach der Einsaat genau, mit welchen Nährstoffen die aufkommenden Rasengräser zusätzlich durch Düngung versorgt werden müssen. Über das nächstgelegene Labor gibt der Verband Deutscher Landwirtschaftlicher Untersuchungs- und Forschungsanstalten (VDLUFA) Auskunft.

Der richtige Zeitpunkt für die Einsaat

Im Herbst hat der Boden nicht nur die Wärme des Sommers noch gespeichert, sondern die zunehmenden Niederschläge halten auch den Boden für eine bessere Keimung leichter feucht. Die weit verbreitete Angst, dass mögliche Frühfröste dem Saatgut schaden könnten, ist übrigens vollkommen unbegründet.

Ganz anders verhalten sich die Bedingungen im Frühjahr: Rasensamen keimen erst bei einer Bodentemperatur von 10 °C, welche in der Regel erst Anfang bis Mitte Mai erreicht wird. Gerade zu dieser Zeit kann es bereits zu ausgedehnten Hitze- und Trockenperioden kommen. Entsprechend schwerer ist es dann, das Saatbeet durchgehend feucht zu halten. Zudem ist im Frühjahr der Unkrautdruck deutlich größer als im Herbst. Diese für die Keimung ungünstigen Bedingungen haben oft zur Folge, dass sich kein gleichmäßig dichter Rasen entwickelt.

Eine gleichmäßige Verteilung des Rasensaatgutes ist wichtig

Um das Saatgut gleichmäßig zu verteilen, sollte möglichst ein Streuwagen eingesetzt werden, statt per Hand zu säen. Dieser bringt die richtige Saatmenge überall auf der Fläche aus und beugt Über- wie Unterdosierungen vor. Ansonsten kann es zu Problemen kommen:

  • Überdosierung: Die aus den Samen aufkommen Gräser behindern sich in ihrer Entwicklung. Häufig kommt es dadurch auch zu Pilzkrankheiten.
  • Unterdosierung: Es kommen nicht genügend Rasenpflanzen auf, sodass keine geschlossene Rasennarbe entsteht. Lücken und kahle Stellen sind die Folge.

Um diese beiden Fälle zu vermeiden, sollten deshalb unbedingt die empfohlenen Aufwandmengen eingehalten werden. Bei weniger hochwertigen Rasensamen ist die Aussaatmenge pro Quadratmeter übrigens deutlich höher als bei Qualitätsmischungen. Außerdem ist es hilfreich, mit dem Streuwagen nur in Längs- und Querrichtung zu fahren. Das sorgt wegen der symmetrischen Fahrspuren für deutlich mehr Überblick, welcher Teil der Fläche bereits eingesät wurde und welcher nicht.

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Bei der Einsaat eignet sich ein Streuwagen besser als das Ausbringen des Saatgutes per Hand.

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Mit dem Streuwagen gelingt die gleichmäßige Verteilung der Rasensamen nahezu perfekt.

Expertentipp von Norbert: Wenn kein Streuwagen zur Verfügung steht…

Steht kein Streuwagen zur Verfügung, können Sie die Rasensamen mit Blumenerde vermischen und diese dann auf der Fläche ausbringen. Das sorgt ebenfalls für eine gleichmäßige Verteilung der Rasensamen. Gehen Sie dabei immer Quadratmeter für Quadratmeter vor. Beträgt die Aufwandmenge zum Beispiel 20 g/m², sollten Sie genau diese 20 g Saatgut mit so viel Blumenerde mischen, wie nötig ist, um 1 m² Fläche mit diesem Gemisch dünn zu bedecken.

Das Saatgut nach der Einsaat in den Boden einarbeiten

Da Rasensamen Lichtkeimer sind, dürfen sie nach dem Einsäen nicht zu tief, sondern nur etwa 1 cm tief in den Boden eingearbeitet werden. In dieser Tiefe haben sie den besten Bodenkontakt und sind vor Austrocknung geschützt. Das Einrechen der Samen hat zudem einen weiteren Vorteil: Die dadurch entstehende raue Bodenoberfläche lässt Niederschlags- und Beregnungswasser schneller versickern, sodass der Boden nicht fortgeschwemmt wird. Danach sollte die Fläche mit einer leichten Walze angedrückt werden, damit die Rasensamen einen optimalen Bodenkontakt erhalten.

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Nach der Einsaat müssen die Rasensamen leicht in den Boden eingearbeitet werden.

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Leichtes Anwalzen stellt den nötigen Kontakt der Samen zum Boden sicher.

Sonderfälle Kräuterrasen und Blumenwiese

Im Gegensatz zu Rasenmischungen, die lediglich Samen für Gräser enthalten, sollte das Saatgut für Kräuterrasen und Blumenwiesen nur wenige Millimeter tief in den Boden eingearbeitet werden. Leichtes Anwalzen stellt auch hier den Kontakt zwischen Boden und Saatgut für einen erfolgreichen Keimprozess her. Bei Kräuterrasen und Blumenwiesen beläuft sich die Saatgutmenge je nach Mischungszusammensetzung auf 5 bis 10 g je Quadratmeter. Wegen der längeren Keimzeit einiger Kräuter sollte das Saatbeet außerdem rund 6 Wochen feucht gehalten werden. Bei reinen Gräsermischungen sind es nur 3 bis 4 Wochen.

Typische Probleme bei der Raseneinsaat

Schlechte Keimung der Rasensamen

Hochwertige Saatgutmischungen für Rasen behalten ihre Keimfähigkeit über Jahre hinweg. Wenn die Samen also schlecht keimen, liegt das nicht an der verwendeten Mischung, sondern fast immer an einer ungenügenden Wasserversorgung der Fläche nach der Einsaat. Denn für eine gleichmäßige Entwicklung des Rasens ist ein durchgehend feuchter Boden besonders wichtig. Gerade in den ersten Wochen darf das Keimbett nicht austrocknen. Hat der Keimvorgang bereits eingesetzt und trocknet dann der Boden aus, kommt dieser Prozess ins Stocken – schüttere und kahle Stellen im Rasen entstehen.

Problemlösung: Bei Trockenheit sollte die Fläche mehrmals am Tag für kurze Zeit bewässert werden.

Lücken im Rasen

Weist der aufwachsende Rasen Lücken auf, ist die Ursache dafür meist eine ungleichmäßige Ausbringung des Saatgutes. Deshalb empfiehlt sich für die Aussaat in jedem Fall ein Streuwagen statt des Säens per Hand. Lücken entstehen aber auch dann, wenn die Samen zu tief in den Boden eingearbeitet wurden. An kleinen Senken kann zusammenfließendes Wasser außerdem dazu führen, dass das Saatgut „erstickt“ und ebenfalls kein Rasenwuchs aufkommt.

Problemlösung: Behoben werden können die Lücken – aus welchem der genannten Gründe auch immer sie entstanden sind – durch rasches Nachsäen mit der Originalmischung.

Unkraut im Rasen

Da qualitativ hochwertige Saatgutmischungen nur geringfügig bis gar keine Unkrautsamen beinhalten, stammt mit dem Rasensaatgut aufkommendes Unkraut in der Regel aus dem Boden. Denn wie die Rasensamen profitieren auch die im Boden befindlichen Unkrautsamen von der guten Boden- und Saatbeetvorbereitung.

Problemlösung: Viele der Unkräuter sind einjährig oder vertragen den regelmäßigen Schnitt nicht, sodass sie schnell wieder von der Rasenfläche verschwinden. Ausdauernde Unkräuter wie Gänseblümchen oder Löwenzahn können hingegen entweder ausgestochen oder mit passenden Rasenherbiziden entfernt werden.

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