Rasen lüften

Rasenpflege: Rasen lüften bzw. aerifizieren

Um einen stark verdichteten Rasenboden wieder aufzulockern und der Luft wieder Zutritt in die Wurzelregion der Gräser zu verschaffen, muss der Rasen belüftet werden. Im Fachjargon ist diese Maßnahme zur Rasenpflege auch als Aerifizieren bekannt. Das Prinzip dabei ist ebenso simpel wie wirkungsvoll: Mittels Stacheln oder besser Hohlstacheln werden Löcher in den Boden gestanzt, die zu einer deutlich besseren Luftdurchlässigkeit der Rasendecke führen.

Belastung des Rasens führt zu dessen Verdichtung

Durch Belastung des Rasens, beispielsweise durch regelmäßiges Laufen und Spielen, verdichtet sich zunehmend die obere Bodenschicht. Lehmhaltige Böden sind dafür noch anfälliger. Mit zunehmender Verdichtung steigt die Kohlendioxidkonzentration im Boden, während der Sauerstoffgehalt absinkt. Die Folge: Das Wurzelwachstum der Gräser wird eingeschränkt. Kommt noch eine anhaltende Staunässe hinzu oder bildet sich durch die Versiegelung der Oberfläche ein Algenbelag, sinkt der Sauerstoffgehalt so sehr, dass sich Fäulnisbakterien im Boden ausbreiten. Die Gase, die sie freisetzen, schädigen dann die Wurzeln. Um drohende Rasenschäden zu vermeiden, muss der Boden belüftet werden.

Belüftungskur: Den Rasen wieder „atmen“ lassen

Im Gegensatz zum Vertikutieren, wo eine Filzschicht über der Grasnarbe herausgearbeitet wird, arbeitet man beim Lüften des Rasens im Wurzelbereich. Von Vorteil ist es, wenn der Boden gut durchfeuchtet und somit verhältnismäßig weich ist. Stark beanspruchte Rasenflächen sollten regelmäßig in den Herbstmonaten belüftet werden. Bei sandigen Böden und Zierrasen, die kaum bis gar nicht betreten werden, ist das Lüften des Rasens seltener notwendig.

Schritt 1: Löcher zur Belüftung aus dem Rasen herausstanzen

Einfachstes Hilfsmittel für das Lüften ist eine Grabgabel, deren Zinken an den verschiedensten Stellen des Rasens in den verdichteten Boden gestochen werden. Streng genommen findet hier keine Auflockerung statt, da die Erde lediglich zur Seite gedrückt wird. Besser geeignet ist deshalb ein Aerifizierstecher mit Hohlstacheln. Damit können aus dem Rasenboden problemlos 1 bis 2 cm dicke Erdkerne herausgestanzt werden, die es zu entfernen gilt.

Rasen lüften, Erdkerne

Ein Aerifizierstecher mit Hohlzinken arbeitet ganze Erdkerne aus dem Boden heraus.

Schritt 2: Löcher zum Schutz vor Zuschlämmung mit Sand füllen

Damit die entstehenden Löcher nicht gleich wieder zuschlämmen, sondern für die Luft- und Wasseraufnahme möglichst dauerhaft intakt bleiben, müssen sie mit einem durchlässigen, strukturgebenden Material aufgefüllt werden. Ideal ist gewaschener Sand mit einer Körnung von 0 bis 2 mm. Die Verwendung von Kalksand sollte hingegen unbedingt vermieden werden.

Einsatz motorisierter Aerifizierer bei großen Rasenflächen

Große Rasenflächen lassen sich per Hand nur mit viel Mühe und Aufwand belüften. Für dieses Einsatzgebiet stehen motorisierte Aerifizierer mit großer Flächenleistung zur Verfügung. Fachbetriebe des Garten- und Landschaftsbaus verfügen über solche Geräte.

Eine fachmännisch durchgeführte Belüftung des Rasens mit einem motorisierten Aerifizierer sorgt für rund 400 Einstichlöcher pro Quadratmeter. Das herausgearbeitete Bodenmaterial wird beseitigt und abtransportiert. Für eine nachhaltige Belüftung werden die Löcher mit geeignetem Sand gefüllt.

Rasen lüften mit motorisiertem Aerifizierstecher

Bei großen Rasenflächen ist ein motorisierter Aerifizierstecher eine erhebliche Arbeitserleichterung.

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