Rasenpflege: Rasen wässern

Jeder Rasen muss bewässert werden, um den hohen Wassergehalt und den Stoffwechsel der Rasengräser aufrechtzuerhalten, die zu 80 bis 90 % aus Wasser bestehen. Das gilt insbesondere bei trockenen Wetterverhältnissen. Doch auch sonst beträgt der tägliche Wasserbedarf eines gesunden Rasens im Schnitt etwa 2,5 l/m². Wie viel er tatsächlich verbraucht, ist von folgenden Faktoren abhängig:

Je nachdem wie stark jeder dieser Faktoren ins Gewicht fällt, schwankt der Verbrauch zwischen 1 und 5 l/m² am Tag. Geht man vom Durchschnittsverbrauch aus und rechnet diesen auf eine Woche ohne Niederschlag hoch, beläuft sich das Wasserdefizit des Rasens bereits auf rund 18 l. Höchste Zeit also, den Rasen zu wässern. Zwei Fragen kommen dabei immer wieder auf:

Wann ist ein geeigneter Zeitpunkt, um den Rasen zu wässern?

Bei dieser Frage gilt es zwischen zwei Zeitpunkten zu unterscheiden: Zum einen denjenigen Zeitpunkt, an dem der Wasservorrat des Rasens aufgebraucht ist. Dieser Zeitpunkt kann leicht geprüft werden, indem man eine beliebige Stelle des Rasens mit den Füßen niedertritt. Richten sich die Halme nur sehr langsam wieder auf, sind die Gräser schlecht mit Wasser versorgt. Sobald also Fußabdrücke im Rasen bei Trockenheit auch nach 15 bis 20 Minuten noch sichtbar sind, sollte der Rasen bewässert werden.

Expertentipp von Norbert: Ist der Welkepunkt erreicht, unbedingt den Rasen wässern!

Der Rasen sollte spätestens dann bewässert werden, wenn er sich am sogenannten Welkepunkt befindet. Die Blätter der Gräser rollen sich dann zusammen und verlieren ihre frischgrüne Farbe.

Ist klar, wann der Rasen Wasser braucht, kommt der zweite Zeitpunkt ins Spiel. Bei diesem handelt es sich um denjenigen Zeitpunkt, der die Tageszeit markiert, zu der bewässert werden sollte. In der Praxis bewährt haben sich die frühen Morgenstunden. Die Verdunstung durch Sonne und Wind sind zu dieser Tageszeit am geringsten. Alternativ kann man auch nach Sonnenuntergang oder sogar nachts den Rasen wässern. Für letzteres ist eine programmierbare Beregnungsanlage sinnvoll.

Expertentipp von Steffen: Lieber nicht über die Mittagszeit wässern, aber besser als gar nicht

Tagsüber zu wässern, vor allem um die Mittagszeit, ist zwar letztlich besser, als gar nicht zu wässern, sollte aber möglichst vermieden werden. Die Verdunstung der Gräser geht zu schnell vonstatten, als dass die Gräser in der Zeit genug Wasser aufnehmen können.

Wie häufig sollte der Rasen bewässert werden?

Für die Bewässerung eines Rasens gilt grundsätzlich folgende Faustregel: Lieber selten viel wässern als häufig wenig. Hintergrund ist der, dass häufige, kleine Wassergaben den Rasen nur oberflächlich durchfeuchten. Das Tiefenwachstum der Wurzeln wird so kaum bis gar nicht angeregt. Eine geringe Durchwurzelungstiefe macht jedoch den Rasen langfristig anfälliger für Trockenheit. Außerdem führt sie dazu, dass sich zunehmend mehr unerwünschte, flachwurzelnde Gräser auf dem Rasen ausbreiten.

Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte also den Rasen immer ausreichend lange und in größeren zeitlichen Abständen wässern. Bis etwa 10 cm tief sollte der Boden nach jeder Wassergabe durchfeuchtet sein. Um das zu erreichen, sollten mit einer Beregnung zwischen 10 und 20 l/m² Wasser ausgebracht werden. Zur Kontrolle empfiehlt es sich, einen einfachen Regenmesser aufzustellen.

Folgen einer falschen Bewässerung des Rasens

Bei falscher Bewässerung einer Rasenfläche wird entweder zu viel, zu wenig, zu oft oder zu selten gewässert. Das setzt gewissermaßen eine Fehlerkette in Gang mit unschönen Konsequenzen:

FehlerFolge
zu oft mit zu wenig Wasser beregnetzu geringe Durchfeuchtung des Bodens
zu geringe Durchfeuchtung des Bodensflache Durchwurzelung der Rasengräser
häufige, geringe Durchfeuchtung des BodensAusbreitung von unerwünschten Gräsern, die Oberflächennässe bevorzugen und flach wurzeln wie zum Beispiel Jährige Rispe (Poa annua) und Gemeine Rispe (Poa trivialis)
flache Durchwurzelung des Bodensgeringere Belastbarkeit der Rasenfläche und damit steigender Pflegebedarf

Lohnt sich ein Regner zum Wässern des Rasens?

Ein Rasen wird typischerweise entweder per Schlauch oder Regner bewässert. Was von beiden verwendet wird, hängt von der Größe der Rasenfläche ab. Mehr als 100 m² können per Schlauch nur mit viel Aufwand gleichmäßig und ausreichend tief durchfeuchtet bewässert werden. Hier lohnt sich der Einsatz eines Regners. Unterschieden wird zwischen Viereckregnern und Kreisregnern:

  • Viereckregner: Geeignet für quadratische oder rechteckige Rasenflächen, Reichweite und Beregnungssektor sind individuell einstellbar.
  • Kreisregner: Geeignet für runde oder geschwungene Rasenflächen. Beim Versetzen ist auf eine ausreichende Überlappung der Wurfkreise zu achten.
Rasen wässern mit Viereckregner

Viereckregner

Rasen wässern mit Kreisregner

Kreisregner

Rasen wässern mit Versenkregner

Versenkregner

Daneben gibt es außerdem Sprinklersysteme, die fest installiert werden. Hierzu zählt der Versenkregner, der in den Rasenboden eingebaut wird, aber frostsicher ist. Er bietet sich vor allem bei großen Rasenflächen an, die sehr häufig bewässert werden müssen. Allerdings sind solche dauerhaften Anlagen kosten- und wartungsintensiv. Sie werden von Fachbetrieben des Garten- und Landschaftsbaues installiert und regelmäßig kontrolliert. Eine Wartung vor dem Winter fällt ebenfalls an.

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