Klee im Rasen

Klee im Rasen

Als Glücksbringer erfreut sich Klee (Trifolium) allgemeiner Beliebtheit, doch wenn er auf dem heimischen Rasen auftaucht, ist es mit der Freude schnell vorbei. Durch die richtige Pflege kann dem Klee im Rasen vorgebeugt werden. Und selbst wenn sich das Kraut schon ausbreitet, gibt es viele Methoden, um dem ungebetenen Gast im Rasen zu Leibe zu rücken.

Klee im Rasen vorbeugen: Tipps und Tricks

Am weitesten verbreitet ist der Weiß-Klee (Trifolium repens), der an seinen weißen bis leicht rosafarbenen Blüten zu erkennen ist. Er gedeiht besonders auf unterversorgten, kalkhaltigen Böden durch Samen und Ausläufer. Rasen, der zu wenig Nährstoffe bekommt, ist also besonders gefährdet. Oft mangelt es vor allem an Stickstoff – ein Defizit, das der Klee besser verkraften kann, da er eine Symbiose mit Bakterien eingeht, die Stickstoff binden.

Zur Vorbeugung von Klee sollte der Rasen daher regelmäßig gedüngt werden. Gegen den Stickstoffmangel hat sich Hornmehl bewährt. Es besitzt einen hohen Stickstoffgehalt, aber kein Phosphat, welches dem Klee zugutekommen würde. Speziell im Sommer ist es wichtig, den Rasen regelmäßig zu wässern, damit er sich gegen den vordringenden Klee zur Wehr setzen kann, welcher starke Sonneneinstrahlung und Wassermangel besser verträgt als die Gräser. Zudem ist davon abzuraten, den Rasen sehr kurz zu mähen. So wachsen beispielsweise Hornklee-Arten (Lotus) umso besser, je kürzer das Gras geschnitten ist, da sie dann besonders viel Licht bekommen.

Expertentipp von Steffen: pH-Wert einfach selbst überprüfen

Ein Boden-pH-Wert zwischen 5,5 und 6,5 ist für Rasen optimal. Hobbygärtner können ihn ganz leicht mit einem pH-Tester aus dem Baumarkt überprüfen.

Weiß-Klee beseitigen: Die gängigsten Maßnahmen

Klee im Rasen Weiß-Klee

Weiß-Klee

Hat sich Weiß-Klee im Rasen bereits ausgebreitet, müssen härtere Maßnahmen angewendet werden. Die verschiedenen Vorgehensweisen unterscheiden sich vor allem hinsichtlich ihres Aufwands und ihrer Umweltfreundlichkeit.

  • Vertikutieren:
    Vertikutierer lassen sich im Baumarkt problemlos und günstig ausleihen. Beim Vertikutieren wird die Oberfläche des Rasens eingeritzt, sodass der Boden besser durchlüftet wird und mehr Sauerstoff aufnehmen kann. Auf diese Weise wird der Klee geschwächt, während der Rasen ungehindert weiterwächst und den Klee verdrängt. Nachdem der Rasen mit dem Vertikutierer bearbeitet wurde, sollten die kahlen Stellen nachgesät werden. Empfehlenswert ist die Rasenkur im Frühjahr. Wichtig ist außerdem, den Rasen gut zu düngen. So behalten die Gräser die Oberhand. Bloßes Vertikutieren würde dem Klee nur kurzzeitig Einhalt gebieten.
  • Folie:
    Manche Hobbygärtner schwören bei der Weiß-Kleebekämpfung auf dunkle Folie aus Plastik. Diese wird für ein paar Wochen über den Klee gespannt, der dadurch eingeht. Zwar leidet auch das Gras unter dem Lichtentzug, erholt sich jedoch schneller wieder davon.
  • Herbizide:
    Unkrautmittel enthalten für gewöhnlich Wirkstoffe, die nur von zweikeimblättrigen Pflanzen wie Weiß-Klee aufgenommen werden, während einkeimblättrige Gräser keinen Schaden nehmen. Es ist ratsam, vor der Behandlung nicht zu mähen. Zudem sollte danach möglichst kein Regen fallen. Gegebenenfalls kann es nötig sein, den Rasen zu düngen oder stellenweise nachzusäen.

Achtung

Unkrautvernichter sollten nur nach Absprache mit einem Experten aus dem Gartenfachhandel eingesetzt werden. Auf die Verpackungshinweise ist ebenfalls genau zu achten. Wenn Sie sich unsicher sind, sehen Sie lieber von dem Herbizid-Einsatz ab.

Hornklee und Wiesen-Klee im Rasen: Zeit für einen neuen Rasen?

Hornklee (Lotus) ist nicht so leicht zu beseitigen wie Weiß-Klee. Er ist an seinen gelben Blüten zu erkennen. Aufs Mähen sollte verzichtet werden, denn dadurch wird sein Wachstum nur gefördert. Ebenso verhält es sich mit Wiesen-Klee (Trifolium pratense), der auch als Rot-Klee bekannt ist und sich sehr stark vermehrt.

Klee im Rasen, Hornklee

Hornklee

Klee im Rasen, Wiesen-Klee bzw. Rot-Klee

Wiesen-Klee bzw. Rot-Klee

Diese beiden Kleesorten lassen sich am effektivsten durch das Entfernen der befallenen Rasenstellen beseitigen. Bei kleineren Stellen genügt das Ausstechen des Rasenstücks. Dabei ist unbedingt darauf zu achten, die Wurzeln mit zu entfernen. Auch eine Bekämpfung durch Herbizide ist möglich. Ziehen Sie dafür aber möglichst einen Pflanzenschutzberater hinzu, da es wichtig ist, die Wirksamkeit des jeweiligen Mittels genau zu kennen und die Anwendungshinweise strengstens zu beachten.

Die kahlen Bereiche lassen sich mit Rollrasen ausbessern oder werden neu eingesät. Haben Hornklee und Wiesen-Klee den Rasen allerdings fest im Griff, muss die Rasenfläche komplett entfernt, die oberste Bodenschicht abgetragen und der gesamte Rasen neu eingesät werden.

Mehr erfahren

Wie Sie beschädigte Rasenstellen ausbessern bzw. Ihren Rasen neu anlegen, erfahren Sie hier:

Die richtige Pflege schützt vor Klee im Rasen

Vertikutieren, Folie, Unkrautvernichter oder gar eine Rasenneuanlage: Jede dieser Methoden ist mit Aufwand und Kosten verbunden, manche von ihnen belasten darüber hinaus die Umwelt. Zwar sind sie wirksam gegen Klee im Rasen, doch in den meisten Fällen bedeutet es mehr Arbeit, den Klee zu entfernen als ihm vorzubeugen.

Mehr erfahren

Richtige Rasenpflege ist leicht durchzuführen und schont sowohl den Garten als auch den Gärtner. Hier finden Sie umfangreiche Informationen rund um die Rasenpflege.

Qualitätssaatgut von Kiepenkerl und Sperli

Rasensaatgut von Kiepenkerl und SPERLI

Hoch­wertiges Saat­gut trägt maß­geb­lich zum Erfolg einer Rasen­ansaat bei. In den Rasen­mischungen von Kiepenkerl und SPERLI werden deshalb nur Spitzen­sorten verwendet.

Rasen anlegen: So geht’s!

Rasen anlegen

Ob klassische Rasen­ansaat oder Rollrasen­verlegung: Lernen Sie alle Schritte kennen, die für die Rasen­anlage wichtig sind.

Die richtige Rasenpflege

Rasenpflege

Welche Pflege­maßnahmen wann im Jahr auf dem Programm stehen sollten und wie sie richtig umgesetzt werden, lesen Sie in unserem Ratgeber.

Was tun bei Rasenschäden?

Rasenschäden

Ob durch ungünstige Witterungs­bedingungen, Pilzbefall oder Schädlinge: Jeder Rasen kann einmal in Mit­leiden­schaft gezogen werden. Wir erklären, was dann zu tun ist.