Rasenkrankheiten

Rasenkrankheiten

Pilzerkrankungen sind für Rasenflächen das größte Problem, noch vor Viren und Bakterien. Ihr Entstehen ist für Laien kaum rechtzeitig zu erkennen und oftmals das Ergebnis einer falschen Rasenpflege. Denn Pilze leben überwiegend im Boden oder im Rasenfilz und warten dort auf ideale Entwicklungsbedingungen. Zu diesen gehören Feuchtigkeit, Lichtmangel und unterversorgte Rasenflächen. Die Pilze befallen die geschwächten Gräser und zerstören auf ihrer Nahrungssuche den Rasen. Im Glücksfall sind es nur kleine Stellen, die nach einem Witterungswechsel wieder auswachsen. Wenn sich die Rasenkrankheit jedoch ausbreitet, sind intensive Pflegemaßnahmen und teils sogar eine Nachsaat erforderlich.

Schneeschimmel (Microdochium nivale)

Schneeschimmel

Diese Rasenfläche hat der Schneeschimmel fest im Griff.

Schneeschimmel

Am Rand laufen die Flecken typischerweise braun aus.

Schadbild/Symptome: Schneeschimmel ist an grau-braunen, meist faulig-feuchten Flecken mit 5 bis 25 cm Größe erkennbar, die mit der Zeit ineinander verlaufen und aus der Mitte heraus regenerieren. Die Randflächen sind für gewöhnlich braun und weisen ein graues bis rosafarbenes Myzel auf.

Auftreten: Schneeschimmel tritt vor allem bei kühlen Temperaturen von 0 bis 8 °C und hoher Luftfeuchtigkeit auf. Im Winterhalbjahr ab September ist der Pilz stark verbreitet, ein besonderes Risiko besteht unter Schneedecken.

Vorbeugung/Bekämpfung: Zur Vorbeugung sollten Staunässe und hohe Feuchtigkeit vermieden werden. Zudem ist mit rechtzeitigem Vertikutieren und Sanden für eine ausreichende Belüftung zu sorgen. Eine bedarfsgerechte Herbstdüngung mit Kalium und Magnesium macht das Gras robuster gegen Krankheiten in den kalten Monaten.

Rotspitzigkeit (Laetisaria fuciformis)

Rotspitzigkeit

Typisch für Rotspitzigkeit: unregelmäßige, ineinander überlaufende Flecken.

Rotspitzigkeit

Aus den Blättern wächst ein rotes Gebilde.

Schadbild/Symptome: Rotspitzigkeit zeichnet sich durch unregelmäßige, ineinander überlaufende gelbliche Flecken aus. Aus den befallenen Blättern wächst ein rotes Gebilde (Stroma) heraus. Bei hoher Luftfeuchtigkeit bildet sich zudem ein rosafarbenes Myzel auf den Blättern aus.

Auftreten: Rotspitzigkeit tritt vor allem im Sommer und Herbst bei Temperaturen von 15 bis 20 °C und hoher Luftfeuchtigkeit auf. Der Schwächeparasit befällt besonders unterernährte Gräser.

Vorbeugung/Bekämpung: Meist reicht beim Auftreten von Rotspitzigkeit eine sofortige Düngung mit Langzeitdünger zur Bekämpfung aus. 4 bis 6 g/m² Stickstoff sollten dabei auf den Rasen ausgebracht werden. Befallene Gräser sterben nicht ab, sondern treiben neu aus.

Dollarflecken (Sclerotinia homoeocarpa)

Dollarflecken

Durch die helle Färbung sind Dollarflecken im Rasen leicht zu erkennen.

Dollarflecken

Morgens bei Tau bildet sich ein weißes Myzel aus.

Schadbild/Symptome: Dollarflecken besitzen einen Durchmesser von ca. 1 bis 3 cm und heben sich durch ihre helle bis bleiche Färbung deutlich von den gesunden Gräsern ab. Die Flecken weisen morgens bei Tau ein weißes Myzel auf.

Auftreten: Bei hohen Temperaturen von 25 bis 30 °C sowie bei kühlen Nächten mit Taubildung treten Dauerflecken häufig auf. Weitere begünstigende Faktoren sind Bodentrockenheit und Nährstoffmangel.

Vorbeugung/Bekämpfung: Eine ausreichende Nährstoffversorgung im Sommer und das Vermeiden von Trockenstress (auch auf Teilflächen) sind wirksame Maßnahmen zu Vorbeugung. Die Bewässerung sollte durchdringend sein, aber nicht am Abend stattfinden. Außerdem ist es empfehlenswert, durch Vertikutieren den Rasenfilz zu entfernen.

Blattflecken (Drechslera poae, Curvularia)

Blattflecken

Im Zuge des Befalls mit der Blattfleckenkrankheit wird der Rasen fleckenartig heller.

Blattflecken

Die roten bis braunen Flecken auf den Blättern haben oft auch weißliche Stellen.

Schadbild/Symptome: Ist der Rasen von Blattflecken befallen, wird er fleckenartig heller. Sein Aussehen wirkt insgesamt unregelmäßig und gesprenkelt. Auf den Blättern finden sich braune bis rote Flecken mit hellen bis weißlichen Stellen.

Auftreten: Für Blattflecken sind unterschiedliche Erreger verantwortlich. Je nach Pilzart treten die Schäden im Rasen zwischen 10 und 30 °C auf. Einseitige Stickstoffgaben, anhaltende Feuchtigkeit, Lichtmangel und Tiefschnitt begünstigen den Befall.

Vorbeugung/Bekämpfung: Sorgen Sie durch Vertikutieren und Aerifizieren für eine gute Durchlüftung des Rasen. Die Fläche sollte außerdem immer trocken sein, bevor sie belastet wird. Empfehlenswert ist auch, die Schnitthöhe zeitweise etwas anzuheben.

Rost (Puccinia)

Rost

Bei Rostbefall bilden sich im Rasen gelbe Nester.

Rost

Gelbbraune oder schwarze Pusteln auf den Blättern der Rasengräser sind für Rost charakteristisch.

Schadbild/Symptome: Rost ist an gelbbraunen bis schwarzen Pusteln auf den Blättern zu erkennen. Im Rasen bilden sich gelbe Nester, zudem kommt es mit der Zeit zu staubiger Sporenverbreitung.

Auftreten: Anhaltend warmes Wetter bei 20 bis 30 °C sowie Nährstoff- und Wassermangel fördern den Befall.

Vorbeugung/Bekämpfung: Eine Verbesserung der allgemeinen Wachstumsbedingungen ist das A und O. Das gelingt zum einen durch eine gleichmäßige Nährstoffzufuhr dank Langzeitdüngereinsatz. Zum anderen sollte der Boden immer ausreichend feucht sein, das Gras aber möglichst schnell abtrocknen. Eine gute Durchlüftung und – falls möglich – das Reduzieren von Schattenlagen helfen ebenfalls gegen Rost.

Wurzelfäule (Pythium ultimum)

Wurzelfäule

Wurzelfäule hat sich auf diesem Rasenstück großflächig ausgebreitet.

Wurzelfäule

Die Wurzeln werden stark angefriffen, sodass die Gräser schließlich leicht herausgezogen werden können.

Schadbild/Symptome: Wurzelfäule ist der Grund für dunkle, braune und unregelmäßige Flecken im Rasen. Die Gräser wirken schleimig und faulig, ihre Wurzeln sind braun und zerstört und lassen sich leicht herausziehen. Im fortgeschrittenen Stadium kommt es zur großflächigen Ausdehnung des braunen Rasens.

Auftreten: Wurzelfäule tritt häufig bei Neuanlagen und Nachsaaten auf. Sie befällt geschwächte Gräser nach Trockenheit, bei anhaltender Luftfeuchtigkeit und bei Staunässe. Der Sommer bietet dem Pilz mit hohen Luft- und Bodentemperaturen ideale Wachstumsbedingungen. Nährstoffmangel und ein sehr niedriger pH-Wert fördern den Befall zusätzlich.

Vorbeugung/Bekämpfung: Als Gegenmaßnahme ist es sinnvoll, die Feuchtigkeit zu reduzieren und für eine gute Belüftung zu sorgen, beispielsweise durch Vertikutieren und Aerifizieren. Eine ausgeglichene Nährstoffversorgung lässt sich mit Langzeitdünger erreichen.

Schleimpilze (Mycetozoa oder Eumycetozoa)

Schleimpilze

Schleimpilze breiten sich nesterweise aus.

Schleimpilze

An den Blättern bildet sich ein schlieriger Belag.

Schadbild/Symptome: Wird ein Rasen von Schleimpilzen heimgesucht, bilden sich an den Blättern der Gräser schleimartige Ablagerungen. Diese breiten sich dann nesterweise aus und der Eindruck einer mit schlierigem Belag überzogenen Rasenfläche entsteht.

Auftreten: Ideale Wachstumsbedingungen finden Schleimpilze in den Sommermonaten vor, insbesondere bei feucht-warmer Witterung. Ist der Rasen dann nicht vital, sondern zum Beispiel wegen einer zu dicken Rasenfilzschicht schlecht durchlüftet, können sich Schleimpilze schnell flächig ausbreiten.

Vorbeugung/Bekämpfung: Bei Schleimpilzen ist keine Bekämpfung möglich, aber zum Glück auch nicht nötig. Bereits nach ein paar Tagen oder spätestens Wochen verschwinden sie von selbst wieder von der Rasenfläche. Schaden richten Schleimpilze übrigens nicht an. Um sie aber gar nicht erst aufkommen zu lassen, sollte der Rasen vertikutiert werden. Auch eine ausreichende Nährstoffversorung der Gräser ist eine wichtige Vorbeugungsmaßnahme.

Rasenkrankheiten lassen sich durch resistentes Saatgut vermeiden

Werden Rasenflächen nicht ausreichend gepflegt, ist nahezu zwangsläufig mit Pilzbefall zu rechnen. Das Risiko lässt sich reduzieren, indem erstklassiges Saatgut verwendet wird. Inzwischen gibt es zahlreiche Sorten, die Resistenzen gegenüber Pilzkrankheiten aufweisen. Um Rasenkrankheiten vorzubeugen, ist es außerdem empfehlenswert, sich im Gartenfachhandel ausführlich über die Rasenpflege beraten zu lassen.

Achtung

Auf Chemikalien sollte nur dann zurückgegriffen werden, wenn die Gefahr besteht, dass die gesamte Rasenfläche durch die Krankheit zerstört werden könnte. Die Verwendung von Fungiziden greift erheblich in das Leben von Mikroorganismen im Boden ein und kann bei fehlerhafter Durchführung großen Schaden anrichten.

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